Auszeichnung Médaille d'eau 2018

Die begehrte Energieauszeichnung "Médaille d'eau" wurde am 20.9.2018 in Bern an 23 Abwasserreinigungsanlagen in der Schweiz verliehen. Mit dieser Ehrung werden die Betreiber für ihre Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz und der Energieproduktion honoriert. Zusätzlich erhielten drei Betreiber den Preis für innovative Projekte.

 

Auszeichnung für hohen Energiestandard

ARA gehören zu den grössten kommunalen Stromverbrauchern, investieren aber auch viel Geld in einen energieeffizienten Betrieb und in die erneuerbare Stromproduktion mit Biogas. Dafür und um die Betreiber landesweit zu weiteren Taten zu motivieren, wird vom Verband der Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA und vom Verein InfraWatt mit Unterstützung von EnergieSchweiz, alle fünf Jahre die Auszeichnung "Médaille d'eau" vergeben, erstmals bereits 2003.

Anlässlich der Energiefachtagung konnten 23 Kläranlagenverbände die Auszeichnung, persönlich überreicht von Filippo Lombardi, Ständerat und Präsident von InfraWatt und Heinz Habegger, Präsident des VSA, entgegennehmen. Die prämierten Kläranlagen weisen einen hohen energetischen Standard aus, der an den anspruchsvollen Energierichtwerten des Bundes und des Fachverbandes VSA gemessen wird. Solche Werte sind nur mittels fortlaufenden Massnahmen zur Energieoptimierung zu erreichen. Diese Anlagen erfüllen damit nicht nur die hohen Reinigungsanforderungen, sondern haben auch energetisch die Nase vorn.

 

Energie-Innovationen - zur Nachahmung empfohlen

An der Tagung wurden auch drei besonders innovative Energieprojekte prämiert. Die ARA Seez in Flums (SG) hat die Jury mit ihrer strategischen Zielsetzung der Energieautarkie und der beharrlichen Umsetzung von umfassenden Massnahmen besonders überzeugt, die von energieeffizienten Biologieverfahren, über die erneuerbare Stromproduktion bis hin zur Ausbildung der Mitarbeiter reicht. Die beiden anderen Projekte zeigen, dass eine Kläranlage mit Solaranergie den zusätzlichen Stromverbrauch für die gesetzlich vorgeschriebene Elimination von Mikroverunreinigungen kompensieren kann: Das Klärwerk Werdhölzli (ZH) nutzt dazu diverse Gebäudeflächen, auch auf dem neu erstellten Bau für die Mikroverunreinigung. Auf der ARA Chur (GR) wurde erstmals in der Schweiz über den Abwasserbecken eine Solaranlage errichtet, bei welcher dank der neuartigen Konstruktion mit einem Faltdach der Zugang zu den Becken weiterhin problemlos möglich ist.

 

Im Abwasser stecken ungeahnte Energiepotenziale

Jurypräsident Ernst A. Müller von InfraWatt/VSA zeigt sich vom Leistungsausweis der Abwasserbranche beeindruckt und weist zudem darauf hin, dass das weitaus grösste Energiepotenzial noch bei vielen ARA ungenutzt den "Bach" runterfliesst. Denn im Abwasser steckt eine riesige Wärmemenge, mit der ganze Quartiere rund um eine ARA beheizt werden können, wie realisierte Beispiele in der Praxis zeigen. Für die Betreiber lohnt sich also ein Blick über den Zaun der ARA zu werfen und die Nutzung der Abwasserwärme zu prüfen, zumal seit Kurzem das Förderprogramm Wärmeverbünde von der Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK  bis 2030 verlängert wurde.

AnhangGröße
Médaille d'eau_prämierte ARA_2018.pdf1.44 MB
180920_Pressemitteilung_Médaille d'eau neutral.doc6.41 MB
Logo_Médaille d'eau_2018.jpg1.62 MB
Alle Prämierten mit Präsidenten VSA und InfraWatt.JPG5.87 MB
Abwasserverband Altenrhein.JPG4.82 MB
Abwasserverband Glarnerland.JPG4.39 MB
Abwasserwerk Rosenbergsau.JPG4.36 MB
ARA Bachwis.JPG4.7 MB
ARA Engelberg.JPG4.64 MB
ARA Falkenmatt.JPG4.58 MB
ARA Langmatt.JPG4.17 MB
ARA Morgental.JPG4.74 MB
ARA Muri.JPG4.68 MB
ARA Oberes Kiesental.JPG5.17 MB
ARA Region Langnau.JPG4.92 MB
ARA Seez.JPG3.62 MB
ARA Sempach.JPG4.62 MB
ARA Sensetal.JPG4.71 MB
ARA Surental.JPG4.39 MB
ARA Thunersee.JPG4.2 MB
GVRZ Schönau.JPG4.3 MB
SEDE Delémont.JPG4.81 MB
STEP de Nyon.JPG4.68 MB
Klärwerk Werdhölzli.JPG4.48 MB
ARA Seez Innovationspreis.JPG4.52 MB
ARA Chur_Innovationspreis.JPG4.79 MB
Klärwerk Werdhölzli Innovationspreis.JPG4.37 MB