InfraWatt-Innovationspreis: Energieverbund Neuhausen am Rheinfall der EKS AG

In diesem Jahr konnte InfraWatt-Präsident Ständerat Filippo Lombardi, die Auszeichnung persönlich an Thomas Fischer (Direktor EKS AG) und Daniel Clauss (Leiter Bereich Vertrieb EKS AG)  überreichen. Die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall wurde durch Gemeindepräsident Dr. Stephan Rawyler vertreten.

Das Energieversorgungsunternehmen erhielt den Preis für den Energieverbund in der Rheinfall-Gemeinde. Mit diesem Wärmeverbund werden die verschiedensten Energiequellen wie Abwärme aus dem Abwasser der Kläranlage Röti, dem Holz aus den regionalen Wäldern sowie Abwärme aus Industrie und Gewerbe genutzt.

Das Herzstück der Anlage bilden drei Wärmepumpen, die im Kesselhaus des Industrie-Areals der SIG Gemeinnützigen Stiftung die Wärme des Abwassers aus der nahen Kläranlage auf ein nutzbares Temperaturniveau heben. Da heute immer mehr Kunden auch einen Kältebedarf aufweisen, werden die Wärmepumpen-Aggregate auch zur Erzeugung von 0,6 Mio. kWh/a Kälte eingesetzt. Für die Spitzenlasten im Winter stehen zusätzlich Erdgaskessel bereit. Zudem ist ein Holvergaser geplant, mit dem zukünftig bis zu 5.4 Mio. kWh/a erneuerbaren Strom erzeugt werden kann. Damit können die eigenen Wärmepumpen oder - als Vergleich - rund 3'000 Personen in der 10'000 Einwohner-Gemeinde mit Strom versorgt werden.

Mit dem Energieverbund, dessen Spatenstich am 15. Februar 2018 erfolgte, wird das gesamte SIG-Areal, welches zur Zeit für eine neue Nutzung (Wohnen, Arbeiten und Freizeit) umgestaltet wird, und weite Teile der Energiestadt Neuhausen mit Wärme, einige Neubauten auch mit Kälte, versorgt. Die Grösse dieses Projektes ist beeindruckend, im Endausbau wird der Energieverbund jährlich rund 33 Mio. kWh Wärme liefern und ist somit das grösste Energieprojekt im Kanton Schaffhausen. Damit erhöht sich der energetische Selbstversorgungsgrad der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall erheblich. Ebenso wird der fossile Energieverbrauch und der damit verbundene CO2-Ausstoss über 30 Jahre gesehen um ca. 138'000 Tonnen reduziert. Diese CO2-Kompensation bringt auch einen finanziellen Ertrag und wird durch das Programm Wärmeverbünde von der Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK abgegolten.

Entscheidend für den Erfolg solcher anspruchsvoller Projekte ist immer auch eine gute Kommunikation mit den zuständigen Personen der Gemeinden, Kläranlagen, Betreibern von bestehenden Energienetzen sowie den anzuschliessenden Hausbesitzern und auch der Bevölkerung, so Ständerat Lombardi. Das habe bei diesem Projekt hervorragend funktioniert. Zudem sei es interessant zu sehen, wie sich hier bestehende alte Wärmeverbunde mit modernen Systemen optimal verbinden und dabei Synergien mit grossem Potenzial entstünden. Die Rheinfall-Gemeinde hat, dank EKS, mit diesem Meilenstein die Energiewende in dieser Region einen grossen Schritt in eine ökologischere Zukunft weitergebracht.