Pilotprojekt: Abwasserwärmerückgewinnung aus Pumpschächten

Über das Abwasser verlieren moderne Gebäude heute viel Energie. Die Wärmerückgewinnung aus Schmutzwasser ist bisher nur bei grösseren Liegenschaften wirtschaftlich. Mit dem vorliegenden Projekt soll die Wärmerückgewinnung aus Abwasser auch für mittelgrosse und kleinere Gebäude wirtschaftlich werden. Durch die Unterstützung des Klimafonds von Stadtwerk Winterthur mit 40'000 Franken kann der Verein Infrawatt, in Zusammenarbeit mit dem renomierten Pumpenhersteller Häny AG, Fallbeispiele in Winterthur realisieren. Fachliche Unterstützung erhält das Projekt zusätzlich von der Firma Dr. Eicher & Pauli, welche erfolgreich im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik tätig ist.

Grosses Potential
Das Projekt sieht vor, Wärmetauscher in bestehenden Pumpschächten zu installieren. Pumpschächte werden dort benötigt, wo das Abwasser einer Liegenschaft nicht direkt in die Kanalisation fliessen kann. Da diese höher liegt, muss das Wasser in die Kanalisation hochgepumpt werden. Der Pumpschacht dient dabei als Zwischenspeicher. Werden in diesem Speicher Wärmetauscher installiert, kann die Wärme des Abwassers im Haus wiederverwendet werden. Beispielsweise kann mit dieser gewonnen Energie Warmwasser erzeugt werden. In der Schweiz gibt es rund 50'000 bis 100'000 Pumpschächte – ein grosses Potenzial.

Pumpschächte doppelt nutzen
Weltweit zum ersten Mal wird in Winterthur ein Fallbeispiel realisiert. Die doppelte Nutzung von Pumpschächten wird in der Praxis getestet und auf Wirtschaftlichkeit überprüft. Anschliessend soll mit diesem Winterthurer Demonstrationsprojekt die Technologie durch die Firma Häny AG mit Unterstützung von Infrawatt und Energie Schweiz sowie weiteren Partnern verbreitet werden.

Der Radiobericht vom 13.07.2015 auf SRF 1 kann unter folgendem Link abgerufen werden:

Weltneuheit in Winterthur: Wärme aus dem eigenen Abwasser

http://www.srf.ch/sendungen/regionaljournal-zuerich-schaffhausen/weltneuheit-in-winterthur-waerme-aus-dem-eigenen-abwasser